Der Blog aus Berlin

Meinungen und Gedanken aus dem politischem Alltag Ihres Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek.

Innovation statt Ideologie – Kluge Konzepte gegen Verkehrslärm

Deutschland steht gut da, die Wirtschaft brummt. Das bedeutet auch eine Zunahme des Warentransports und damit eine Steigerung des Güterverkehrs. Die Grünen wollen diesen Güterverkehr vor allem über die Schiene abwickeln. Doch ist das wirklich pauschal der umweltfreundlichere Weg? Bei den Diskussionen über die Verkehrsverlagerung muss auch an den Menschen gedacht werden. Denn auch der Mensch ist Teil der Umwelt. Und für den Menschen ist Lärm gleichermaßen schädlich, egal ob von Straße oder Schiene. Die christlich-liberale Bundesregierung hat sich deshalb in den vergangenen Jahren für die Reduzierung des Güterverkehrslärms eingesetzt und gute Erfolge erzielt.

Moderne Bremsen: Wir haben ein Programm aufgelegt, um binnen acht Jahren 180.000 Güterwaggons auf moderne Bremsen umzurüsten. Dadurch wird eine flächendeckend wahrnehmbare Lärmreduzierung erreicht. Das ist vor allem für die Güterzugtrassen durch Düsseldorf wichtig (z.B. in Angermund und Rath). Mit der seit Juni 2013 europaweit zugelassenen „Flüsterbremse“ (LL-Sohle) reduziert sich der Geräuschpegel um 10 dB(A). Das entspricht einer Halbierung des Lärms für das menschliche Ohr. Die kalkulierten Kosten von rund 309 Mio. Euro werden sich Bund und Eisenbahnsektor teilen.

Während Personenzüge mit lärmarmen Scheibenbremsen ausgestattet sind, werden Güterwaggons mit Klotzbremsen gebremst. Diese setzen direkt auf der Lauffläche des Rades auf. Bislang bestehen die Bremsklötze meist aus Metall, wodurch die Lauffläche des Rades sehr schnell aufgeraut wird. Das führt zu einer erhöhten Geräuschentwicklung auch bei der ungebremsten Fahrt, vor allem in Kurven. Mit der LL-Sohle ist nun Besserung in Sicht: Die gusseisernen Bremsklötze werden gegen Bremsklötze aus modernem Verbundstoff ausgetauscht, die das Aufrauen der Räder verhindern.

Innovative Technik: Zwischen 2009 und 2011 sind in Pilotprojekten innovative Maßnahmen und Verfahren an Gleisanlagen erprobt worden. Dafür haben wir 72 Mio. Euro aus dem Konjunkturprogramm II bereitgestellt. In 82 Einzelprojekten wurden 13 Technologien zur Lärm- und Erschütterungsminderung erprobt, z.B. Schienenstegdämpfer, niedrige Schallschutzwände, Schallschutzwände aus Gabionen, Schienenschmiereinrichtungen sowie Maßnahmen zur Brückenentdröhnung. Was sich als tauglich erwiesen hat, wird in die gesetzlichen Regelungen aufgenommen. Dadurch erweitert sich das Maßnahmenportfolio.

Trassenpreissystem: Wir haben uns mit der DB AG auf ein lärmabhängiges Trassenpreissystem verständigt. Es ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 eingeführt worden. Seitdem zahlen laute Züge mehr Schienennutzungsgebühren als leise Züge. Dies setzt einen weiteren Anreiz zur zügigen Umrüstung auf die neue Bremstechnik.

Schienenbonus: Jahrelang gab es eine Privilegierung des Schienenlärms. Die Bahn durfte gegenüber der Straße um 5 dB(A) lauter sein, ehe die Anwohner einen Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen hatten. Diese Ungleichbehandlung haben wir nun abgeschafft. Entlang neuer Schienenstrecken müssen Lärmschutzmaßnahmen ab 2015 also mehr Leistung bringen.

Lang-Lkw: Auch der Lang-Lkw ist ein Mittel zur Reduzierung von Güterverkehrslärm. Denn wo heute drei Lkw-Fahrten erforderlich sind, sind es mit dem Lang-Lkw nur zwei. Am 01.01.2012 haben wir den bundesweiten Feldversuch gestartet. Das Ziel des wissenschaftlich begleiteten Feldversuches ist die Erprobung neuer Nutzfahrzeugkonzepte durch maßvolle Erhöhung der Transportvolumina. Um es klarzustellen: Es wird keine 60-Tonner, „Gigaliner“ oder „Monstertrucks“ geben. Es gelten die heutigen Gewichtsbegrenzungen von 40 Tonnen (bzw. 44 t im Kombinierten Verkehr). Erste Ergebnisse zeigen bereits ein hohes Einsparpotenzial an CO2 und Lkw-Fahrten. Die Blockadehaltung von Rot/Grün ist deshalb nicht nachvollziehbar.

Lärmsanierung: Wir investieren jährlich 100 Mio. Euro in die Lärmsanierung, in den Jahren 2013 und 2014 sogar zusätzlich 40 Mio. Euro aus dem Sonderprogramm Lärmschutz (Infrastrukturbeschleunigungsprogramm II). Von 33.000 Kilometern Gesamtnetz der DB AG wurden 3.690 Kilometer als sanierungsbedürftige Strecken eingestuft. Hiervon konnten bis Ende 2012 bereits über 1.335 Kilometer saniert werden, u.a. in Benrath, Eller, Grafenberg und Rath. Dabei wurden 856 Ortsdurchfahrten mit Lärmschutzmaßnahmen versehen, 442 Kilometer Schallschutzwände gebaut und 48.340 Wohnungen mit passiven Schallschutzmaßnahmen wie Fenstern versehen.

Deshalb: Innovation statt Ideologie! Die Union setzt auf technischen Fortschritt und kluge Konzepte, nicht auf pauschale Verkehrsverlagerung.

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